82jähriger gebürtiger Dietenheimer Unternehmer ausgezeichnet
Franz Josef Angele wurde die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Der 82jährige Unternehmer im Ruhestand ist in Dietenheim geboren und aufgewachsen.
Dietenheim/Gundelsheim Obwohl es Franz Josef Angele beruflich in die Ferne gezogen hat, ist er im Herzen ein Dietenheimer geblieben. Im Illerstädtchen ist er geboren, hier ging er zur Schule und absolvierte seine Lehrzeit in der Nähfadenfabrik Müller. Mit 18 Jahren kam Angele zum Militär, war unter anderem Soldat in Holland und kehrte nach dem Krieg zurück nach Dietenheim. Den Weg in die Heimat legte er zu Fuß zurück: Von Wien bis zur Iller.
Berufliche Stationen fand er bei der Firma Adolff-Garne in Dietenheim. Er studierte Textil-Technik wurde Ingenieur und arbeitete in Nordrhein-Westfalen. In Gundelsheim in Oberfranken an der Nordost-Grenze von Bamberg gelegen, fand Angele seine zweite Heimat. Wie bei der Verleihung der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik bekannt wurde, hat der Diplomingenieur als Unternehmer stark in den fränkischen Standort investiert. Angeles Hobby sei das Arbeiten gewesen. Er selbst nannte es gut schwäbisch: schaffen. So wurde er 1968 zum Geschäftsführer der Firma "Hoffmann-Garne" in Zeegendorf ernannt. Ein Jahr später gründete er seine eigene Firma, die "Mitex GmbH" in Michelau. Im Laufe der Jahre wuchs die Firma, und der Standort wurde ständig vergrößert und ausgebaut. Das Können und der Weitblick des Unternehmers war beispielhaft. Seine technischen Innovationen und seine Beharrlichkeit machten ihn zum Marktführer in Europa. Angele hat es geschafft, annähernd 200 Arbeitsplätze zu schaffen. Aus Altersgründen verkaufte Angele im vergangenen Jahr den Betrieb. Dabei ist es ihm gelungen, die Übernahme aller Mitarbeiter vertraglich zu sichern.
Der Gundelsheimer Bürgermeister Jonas Merzbacher brachte es bei der von Bundespräsident Horst Köhler veranlassten Verleihung der Auszeichnung auf den Punkt: "Durch seine ausgeprägte Willensstärke, seiner Solidarität gegenüber der Gesellschaft und dem Mut, risikobereit zu sein, hat sich Franz Josef Angele verdient gemacht." Die Auszeichnung erhielt Angele außerdem für seine langjährige Tätigkeit als Vorsitzender beim Reit- und Fahrverein Bamberg, bei dem er sich in vorbildlicher Weise für den Tierschutz eingesetzt hat. Neben dem Reitverein hat der Unternehmer auch stets den Schützenclub finanziell unterstützt.
Während und nach der Beendigung seiner Karriere hat Angele seine Geburtsstadt Dietenheim nie aus den Augen verloren, zumal hier noch heute seine Geschwister leben. Zu den Treffen mit seinen Altersgenossen kommt Angele noch regelmäßig ins Illerstädtchen, ganz besonders zu seinem Freund Ernst Merkle in der Königstraße. Dann werden gemeinsame Spaziergänge gemacht, vor allem durch die Altstadt, deren Entwicklung ihn besonders interessiert.
Dieter Gräter
Erscheinungsdatum: Dienstag 30.12.2008
Quelle: Südwestpresse Illertal Bote www.suedwest-aktiv.de